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Ruby in 20 Minuten

Einleitung

Dies ist eine kleine Ruby-Anleitung, für die man nicht mehr als 20 Minuten zum Lesen benötigen sollte. Voraussetzung ist, dass Du Ruby bereits installiert hast. (Falls nicht, solltest Du vor dem Weiterlesen Ruby herunterladen und installieren.)

Interaktives Ruby

Zuerst starten wir die interaktive Ruby-Konsole: IRB.

  • Wenn Du Mac OS X benutzt, öffne Terminal, gib irb ein und drücke Enter.
  • Wenn Du Linux benutzt, öffne eine Shell, gib irb ein und drücke Enter.
  • Wenn Du Windows benutzt, öffne fxri aus dem Ruby-Ordner des Start-Menüs heraus.
irb(main):001:0>

So, IRB ist nun gestartet. Wie geht es weiter?

Gib folgendes ein: "Hallo, Welt!"

irb(main):001:0> "Hallo, Welt!"
=> "Hallo, Welt!"

Ruby hört auf Dich!

Was ist gerade passiert? Haben wir etwa gerade das kürzeste “Hallo, Welt!”-Programm der Welt geschrieben? Nun, nicht direkt: Mit der zweiten Zeile teilt uns IRB lediglich das Ergebnis des letzten ausgewerteten Ausdrucks mit. Wenn wir “Hallo, Welt!” auf den Bildschirm ausgeben wollen, müssen wir ein bisschen mehr tun:

irb(main):002:0> puts "Hallo, Welt!"
Hallo, Welt!
=> nil

puts ist das grundlegende Kommando, um etwas in Ruby auf den Bildschirm auszugeben. Und was bedeutet => nil? Das ist das Ergebnis des Ausdrucks. puts liefert immer nil zurück (Rubys Wert für “rein gar nichts”).

Dein kostenloser Taschenrechner

Wir haben schon genügend Informationen, um IRB als einfachen Taschenrechner zu benutzen:

irb(main):003:0> 3+2
=> 5

Drei plus Zwei. Das war nicht schwer. Was ist mit Drei mal Zwei? Man könnte das nun einfach eintippen, kurz genug ist es jedenfalls. Du kannst aber auch zurückgehen und die letzte Eingabe verändern. Drücke die Pfeil-nach-oben-Taste auf der Tastatur und sieh nach, ob die Zeile mit 3+2 wieder erscheint. Falls ja, kannst Du mit der Pfeil-nach-links-Taste den Cursor direkt hinter das +-Zeichen setzen, dort einfach Backspace drücken und es so zu einem *-Zeichen (dem Multiplikations-Operator) umändern.

irb(main):004:0> 3*2
=> 6

Probieren wir als nächstes Drei zum Quadrat aus:

irb(main):005:0> 3**2
=> 9

In Ruby sagt man **, wenn man “hoch” sagen will. Aber was, wenn man den umgekehrten Weg gehen und die Quadratwurzel von etwas finden will?

irb(main):006:0> Math.sqrt(9)
=> 3.0

Moment, wie war das? So wird die Quadratwurzel von Neun berechnet? Damit liegst Du vollkommen richtig. Aber sehen wir uns das genauer an! Zuallererst: Was genau ist Math?

Module gruppieren Code nach Themen

Math ist ein in Ruby eingebautes Mathematik-Modul. Module spielen zwei wichtige Rollen in Ruby. Dieses Beispiel zeigt die erste: Die Gruppierung ähnlicher Methoden unter einem bestimmten Namen. Math enthält so zum Beispiel auch Methoden wie sin() und tan().

Als nächstes kam in obigem Kommando ein Punkt. Was macht der Punkt? Damit identifiziert man den Empfänger einer Mitteilung. Und die Mitteilung lautet in diesem Fall sqrt(9). Das bedeutet: “Rufe die Methode sqrt (kurz für “square root”, d.h. “Wurzel”) auf und übergib Ihr den Parameter 9.”

Das Ergebnis dieses Methodenaufrufs ist der Wert 3.0. Es fällt auf, dass der Wert nicht einfach 3 ist. Das ist deshalb der Fall, weil die Wurzel einer Zahl in den meisten Fällen keine ganze Zahl sein wird, also liefert die Methode immer eine Fließkomma-Zahl.

Was, wenn wir nun das Ergebnis eine dieser Rechnungen behalten wollen? Dann weisen wir das Ergebnis einfach einer Variablen zu.

irb(main):007:0> a = 3 ** 2
=> 9
irb(main):008:0> b = 4 ** 2
=> 16
irb(main):009:0> Math.sqrt(a+b)
=> 5.0

So nützlich das auch für einen Taschenrechner ist: Wir entfernen uns von der traditionellen "Hallo, Welt!"-Botschaft, auf die Anleitungen für Anfänger für gewöhnlich den Fokus setzen … Also kehren wir flugs wieder dahin zurück.